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Nikolaus Lenau Der Unbeständige (Nikolaus Lenau)Daß ich dies und das beginne, Heute grad und morgen quer, Gegen das, was heut ich minne, Morgen richte Spieß und Speer: Sollte das so sehr dich wundern, Du mein konsequenter Mann? Keiner von den Erdenplundern Lange mich behalten kann! Heute bin ich zum Exempel Ganz ein Metaphysikus; Morgen schallt in Themis' Tempel Mein unsteter Menschenfuß. Heute steh ich nachts am Giebel, Suche Jungfrau, Stier und Bär; Morgen les ich in der Bibel; Übermorgen im Homer. Blickt mein Geist im Wissensdrange Durch ein Fenster in die Welt; O dann paßt er auch nicht lange, Sieht er drinnen nichts erhellt; Und er guckt zu einem andern In die finstre Welt hinein! Muß von hier auch weiter wandern, Nirgends auch nur Lampenschein! Denn die Augen dir erlahmen, Und Gespenster malen sich In des Fensters leeren Rahmen: Und man nennt den Weisen dich! (1823/24) Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-458-33686-9 Herausgeber: Insel Verlag Mehr Lenau Gedichte? Bitte klicken Sie Nikolaus Lenau. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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