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Nikolaus Lenau Der Selbstmord (Nikolaus Lenau)Scheitert unsre Brust an Klippen, Hingeschellt von Sturmeswut; Trinkt mit aufgerißnen Lippen Unsre Wunde Schmerzensflut; Schöpft das Herz dann hastig bange Aus der Brust den Tränenguß, Weil es sonst, vom Wellendrange Überströmt, versinken muß: Dann wird auch der Sturm beschworen, Helle wird die Finsternis, Es vertünchen milde Horen An der Brust den Wundenriß. Aber ist das Herz ein zages, Wenn die Brust die Woge trinkt, Starrt es ob des Klippenschlages Störrisch, müßig und versinkt. Ists ein wildes, ungezäumtes, Wird es im Tumulte scheu, Todestrunken glüht und schäumt es Und zertrümmert sein Gebäu. Wenn dann auch der Himmel heiter Und mit lindem Hauche weht, Sanft der Strom hinwiegt die Scheiter; Für die Toten ists zu spät. Doch ihr Schifflein, hört, ihr andern! Seid ihr auch dem Sturm entwischt, Ruhig mögt ihr weiter wandern, Aber nicht gehöhnt, gezischt: Hütet euch, ihr andern, hütet! Denkt an eurer Fahrten Rest; Denn die Nacht der Zukunft brütet Manchen Sturm im dunkeln Nest. (1831) Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-458-33686-9 Herausgeber: Insel Verlag Mehr Lenau Gedichte? Bitte klicken Sie Nikolaus Lenau. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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