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Gottfried August Bürger Ueber die Dichterregel des Horaz (Gottfried August Bürger)»Schön sein, reichet nicht hin; auch würzig müsse das Lied sein Und des Hörers Gemüth locken, wohin es nur will!« Dieses Geheimniß der Kunst verrieth ein unsterblicher Meister. Jedem gelang auch das Lied, der das Geheimniß ergriff. Aber seit gestern verstehn die Krämer scholastischer Schönheit Jene besiegende Kunst besser als Stümper Horaz. Lecke, so will man, die Form nur schönlich; ihr wäßrichter Inhalt Macht nicht wohl und nicht weh, schmecke nicht sauer noch süß! Deinem Genius Dank, daß er, o grübelnder Schiller, Nicht das Regelgebäu, das du erbauet, bewohnt! Traun! Wir hätten alsdann an dir, statt Fülle des Reichthums, Die uns nährt und erquickt, einen gar luftigen Schatz. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: Unbekannt Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Bürger Gedichte? Bitte klicken Sie Gottfried August Bürger. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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