Gottfried August Bürger
Trautel (Gottfried August Bürger)

       

Mein Trautel hält mich für und für

In festen Liebesbanden;

Bin um sie stets und neben ihr;

Sie läßt mich nicht abhanden.

Ich darf nicht weiter, als das Band,

Woran sie mich gebunden.

Sie gängelt mich an ihrer Hand

Durch alle Tagesstunden.

Wer, Trautel, ist wol mehr für dich,

Und wer für mich geboren?

O Trautel, ohne dich und mich

Sind ich und du verloren. –

Wann einst des Todes Sense klirrt,

Eins von uns wegzumähen,

Ach, lieber Gott, wie wehe wird

Dann mir und dir geschehen!

Verfügbare Informationen:
Erschienen im Buch "Gedichte"
Herausgeber: Philipp Reclam jun.