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Gottfried August Bürger Minnesold (Gottfried August Bürger)Wem der Minne Dienst gelinget, O, wie hoch wird der belohnt! Keinen bessern Lohn erringet, Wer dem größten Kaiser frohnt; Denn mit Scepter, Kron' und Gold Frohnt er selbst um Minnesold. Was sind Gold und Edelsteine? Was des Mogols Perlenpracht? Minnesold ist doch alleine, Was auch reich die Herzen macht; Perlen, Edelstein und Gold Nähm' ich nicht für Minnesold. Minnesold läßt Amt und Ehren, Goldnen Sporn und Ritterschlag, Läßt uns ohne Neid entbehren, Was der Kaiser geben mag; Ehre lacht nicht halb so hold Als der Minne Freudensold. Nirgends labet wol hienieden Noch ein Wohlgenuß so süß; Süßeres ist nur beschieden Seligen im Paradies. Süß ist, was die Biene zollt, Süßer dennoch Minnesold. Minnesold ist aller Freuden, Aller Freuden Mark und Saft; Minnesold hat aller Leiden, Aller Leiden Heilungskraft. Was der Balsamstaud' entrollt, Heilet nicht wie Minnesold. Minnesold lehrt frei verachten Aller Fährlichkeiten Noth, Flammen, Wasserfluten, Schlachten, Lehrt verschmähen jeden Tod; Stürb' ich nicht für Ruhm und Gold, Stürb' ich doch für Minnesold. O, so will ich immer harren, Immerdar, mit stetem Muth, Im Decemberfrost erstarren, Schmachten in des Heumonds Glut; Denn Das alles lohnt der Sold, Den getreue Minne zollt. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: Unbekannt Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Bürger Gedichte? Bitte klicken Sie Gottfried August Bürger. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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