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Gottfried Keller Rosenwacht (Gottfried Keller)Im Glase blüht ein frischer Rosenstrauss, Daneben webt ein Jünglingsleben aus; Ins Zimmer bricht der volle Abendglanz Welch schönes Bild in einen Totentanz! Von rotem Golde taut das Sommerland, Die Reb' am Fenster und die Kammerwand, Der Sterbenskranke und sein Linnentuch, Das Kirchenmännlein und sein schwarzes Buch. Du armer Dunkelmann, was suchst du hier? Die Menschen nicht, noch Blumen lauschen dir! Nach Westen neigen sie sich insgesamt: Die Sonne hält das heil'ge Totenamt. Wie abendschön des Kranken Antlitz glüht, Dass kaum man ahnt, wie weiss der Tod da blüht! Sein Nachtmahlkelch ist flüssig Sonnengold, Wie durstig trinkt er diesen Liebessold! So halten die Vergänglichen die Wacht Beim stillen Manne bis zur dritten Nacht; Dann legen sie bescheiden ihr Gewand Dem Herrn des Lebens in die Vaterhand. Mehr Keller Gedichte? Bitte klicken Sie Gottfried Keller. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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