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Gottfried Keller David (Gottfried Keller)Der Ölbaum wuchs in dichten Hainen, An klaren Bächen wucherte die Rose, Allwo die Wiege stand des Kleinen, Gleich einem Taubennest im grünen Moose. Er spielte noch im bunten Knabenkleide Und füllte dienend seiner Brüder Krug, Als er zu seines Stammes Freude Schon meisterlich die Harfe schlug. Mit Wein und Brot kam er gegangen, Sein Auge strahlt' in kindlichem Vergnügen; Er fand sein Volk mit Spiess und Stangen, Doch zag und ratlos vor dem Feinde liegen. Der grosse Hans Narr warf dort Bein und Arme Mit tollem Prahlen in die Luft empor, Dass rasch dem Heldenkind das warme Zornrosenblut im Herzen gor. Der Dank, den David hat empfangen, Steht in den alten Schwarten aufgeschrieben: Nach seinem Tod ein schwarz Verlangen, In Not und Irrsal wurd' er umgetrieben. Das Angesicht zum Herren aufgewendet, Sang er des Grames Lied ohn' Unterlass; Doch hat das Spiel noch gut geendet, Als auf dem Thron der Feldhirt sass. Mehr Keller Gedichte? Bitte klicken Sie Gottfried Keller. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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