auf einem Privattheater.
Doch dann auch mag's euch frommen, diesen Kampf,
Den blutigen, den Todeskampf zu sehn,
Zu sehen, wie von allen Seiten her
Die Büberei mit Netzen sie umstellt;
Zu sehn, wie nirgends eine Freistatt ihr,
Als unter ihr das Grab nur, offen steht;
Und ach! zu sehn, wie sie hinunterstürzt
Und ihre Himmelsperle mit sich nimmt.
Mag das Entsetzen doch euch dann beim Haar
Ergreifen und zerschütteln! Mag doch Schmerz
Durch eure Busen fahren wie ein Schwert!
Und mögen eure Augen doch in Flut,
In heißer Thränenflut des Mitleids glühn!
Wird's euch doch frommen zur Bewunderung,
Zu hoher, heiliger Bewunderung
Der Heldin, welche Blut für Tugend gab.
Gedeihn wird's euch vielleicht zu gleichem Muth,
Zu Zorn und Abscheu gegen Bubenstück
Und Tyrannei. Zur Weisheit muß es euch
Gedeihen, daß der Tugend Kranz nicht stets
Auf Erden blüht; zur Warnung, daß ihr nie
Auch gegen Den empören sollt, der tief
In des geheimen Heiligthumes Nacht
Die richterliche Wage hält und oft
Der Tugend Schmerz und oft dem Laster Lust,
Zwar unbegreiflich, aber doch gerecht
Und weise, in den Schooß herunterwägt.
