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Hugo Ball Der Henker (Hugo Ball)Der Henker Ich kugle Dich auf Deiner roten Decke. Ich bin am Werk: blank wie ein Metzgermeister. Tische und Bänke stehen wie blitzende Messer der Syphiliszwerg stochert in Töpfen voll Gallert und Kleister. Dein Leib ist gekrümmt und blendend und glänzt wie der gelbe Mond deine Augen sind kleine lüsterne Monde dein Mund ist geborsten in Wollust und in der Jüdinnen Not deine Hand eine Schnecke, die in den blutroten Gärten voll Weintrauben und Rosen wohnte. Hilf, heilige Maria! Dir sprang die Frucht aus dem Leibe sei gebenedeit! Mir rinnt geiler Brand an den Beinen herunter. Mein Haar ein Sturm, mein Gehirn ein Zunder meine Finger zehn gierige Zimmermannsnägel die schlage ich in der Christenheit Götzenplunder. Da tanzten nackichte Männer und Huren in verrückter Ekstase Heiden, Türken, Kaffern und Muhammedaner zumal Da stoben die Engel den Erdkreis hinunter Und brachten auf feurigem Teller die Finsternis und die Qual. Da war keine Mutterknospe, kein Auge mehr blutunterlaufen und ohne Hoffen Jede Seele stand für die Kindheit und für das Wunder offen. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Die nichtgesammelten Gedichte" ISBN: 3-928660-67-5 Herausgeber: Faber & Faber Verlag Mehr Ball Gedichte? Bitte klicken Sie Hugo Ball. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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