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Gottfried August Bürger Bacchus (Gottfried August Bürger)Hoch, dreimal höher als Apoll, Soll Vater Bacchus leben! Zehn Berge, dicht von Lorbeern voll Gilt einererden mir voll Reben. Um Phöbus steilen Helikon Herrscht Noth in den Provinzen. Er und ein Prinz vom Libanon, Was sind sie? Bettelprinzen! Gewiß gar kümmerlichen Sold Erwirbt ihm seine Leier, Wiewol er prahlt, sie sei von Gold Und ganz entsetzlich theuer. Ihm borgt auf diesen Kindertand Kein Kluger einen Heller. Ganz anders reizt ein Unterpfand Aus Vater Evans Keller. Zwar wissen wir, wie stolz Apoll Mit Sang und Klang sich blähet, Doch scheint's, daß sich auch Bacchus wol Auf Sang und Klang verstehet. Wie mag im Offnen am Parnaß Sein Kammerton behagen? Da sollte Bacchus' Juchhei baß An's Ohr der Kenner schlagen. Auf! Diesen laßt zum Schutzpatron Des Helikons uns weihen; Weit besser wird durch seinen Lohn Die Dichterzunft gedeihen. Vertilgt den alten Lorbeerhain! Pflanzt Reben an die Stelle! Das heidelberger Faß voll Wein Rollt auf die Roßhuf-Quelle! Alsdann wird unser neuer Staat Der großen Welt gefallen; Gern wird der Fürst und der Prälat Zu unserm Berge wallen. Man lebte ja nach altem Brauch Bisher dort allzu nüchtern; Drum blieben die neun Jungfern auch Von je und je so schüchtern. Fürwahr! Sie ließen nicht mit Müh' Zur kleinsten Gunst sich zwingen, Und ungerufen würden sie Uns in die Arme springen. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: Unbekannt Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Bürger Gedichte? Bitte klicken Sie Gottfried August Bürger. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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