Gottfried Keller
Seemärchen (Gottfried Keller)

Seemärchen

Gottfried Keller

Und als die Nixe den Fischer gefaßt,

Da machte sie sich abseiten;

Sie schwarnm hinaus mit lüsterner Hast,

Hinaus in die nächtlichen Weiten.

Sie schwamm in gewaltigen Kreisen herum,

Bald oben, bald tief am. Grunde,

Sie wälzt mit dem Armen sich um und um

Und küßt ihm das Rot vom Munde.

Drei Tage hatte sie Zeitvertreib

Mit ihm in den Meeresweiten,

Am vierten ließ sie den toten Leib

Aus ihren Armen gleiten.