![]() |
|||||||
|
|||||||
Gottfried Keller Mönchspredigt (Gottfried Keller)Es schlägt der Mönch aufs Kanzelbrett Und macht gar schlimme Witze; Sein Hals ist kurz, der Atem fett, Sein Wort voll roter Hitze. Er endet just, mit glühndem Hauch Die Hölle heiss zu schildern; "Gott selber," schreit er, "wollt' er auch, Kann jene Qual nicht mildern! Gott schloss der Hölle schwarz Portal Und hat den Schlüssel verloren! Solange Gott lebt, lebt die Qual, Das ist euch zugeschworen!" Er rief's; der böse Schwaden steigt Aus seinen Eingeweiden; Still rührt der Schlag - der Lästrer schweigt Und endet ohne Leiden. Uns ist auf seiner fahlen Stirn Ein guter Trost erworben: Der böse Gott in seinem Hirn Ist still mit ihm verdorben! Mehr Keller Gedichte? Bitte klicken Sie Gottfried Keller. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
| ||||||