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Gottfried Keller An Frau Ida Freiligrath (Gottfried Keller)Albumblatt von 1846. So ist es doch betrübt zu klagen, wenn deutsche Mütter den Rhein hinab, hinab und über des Meeres Grab die zarten Wickelkinder tragen nach freier Länder Gestaden hin, indes die Männer auf weiten Wegen getrennt, bekümmert zum Ziele fliehn! Ich streue meinen leichten Segen fast trauernd in dein Frauenherz; fahr glücklich denn rheinniederwärts und finde Leut' in allen Reichen, die gute Milch dem Kindlein reichen, und auf den Schiffen, wenn es schreit, ein Publikum, das ihm verzeiht! Und weil die Guten dieser Erden noch lange Tage wandern werden, so mache die Ferne das Herz auch satt mit allem Besten, was sie hat! Sie fülle freundlich euch die Truh' und geb' euch leichte Sorgen am Tag, des Abends Nachtigallenschlag, zur Nachtzeit aber die goldene Ruh'; des Sommers Frucht, des Frühlings Zier, in England immer vom besten Bier, den Fisch im Wasser, den Vogel der Luft, nur keinen Boden zu einer Gruft; denn in der Heimat sollt ihr sterben und euern Kindern die Freiheit vererben! Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Vom goldnen Überfluss" ISBN: Unbekannt Herausgeber: R. Voigtländers Verlag Mehr Keller Gedichte? Bitte klicken Sie Gottfried Keller. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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