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Georg Heym Der Schläfer im Walde (Georg Heym)Seit Morgen ruht er. Da die Sonne rot Durch Regenwolken seine Wunde traf. Das Laub tropft langsam noch. Der Wald liegt tot. Im Baume ruft ein Vögelchen im Schlaf. Der Tote schläft im ewigen Vergessen, Umrauscht vom Walde. Und die Würmer singen, Die in des Schädels Höhle tief sich fressen, In seine Träume ihn mit Flügelklingen. Wie süß ist es, zu träumen nach den Leiden Den Traum, in Licht und Erde zu zerfallen, Nichts mehr zu sein, von allem abzuscheiden, Und wie ein Hauch der Nacht hinabzuwallen, Zum Reich der Schläfer. Zu den Hetairien Der Toten unten. Zu den hohen Palästen, Davon die Bilder in dem Strome ziehen, Zu ihren Tafeln, zu den langen Festen. Wo in den Schalen dunkle Flammen schwellen, Wo golden klingen vieler Leiern Saiten. Durch hohe Fenster schaun sie auf die Wellen, Auf grüne Wiesen in den blassen Weiten. Ein Falter kommt die Schlucht herab. Er ruht Auf Blumen. Und er senkt sich müd Der Wunde zu, dem großen Kelch von Blut, Der wie die Sammetrose dunkel glüht. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Dichtungen" ISBN: Unbekannt Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Heym Gedichte? Bitte klicken Sie Georg Heym. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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