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Friedrich Gottlieb Klopstock Fürstenlob (Friedrich Gottlieb Klopstock)(1775) Dank dir, mein Geist, daß du seit deiner Reife Beginn, Beschlossest, bey dem Beschluß verhartest: Nie durch höfisches Lob zu entweihn Die heilige Dichtkunst, Durch das Lob lüstender Schwelger, oder eingewebter Fliegen, Eroberer, Tyrannen ohne Schwert, Nicht grübelnder, handelnder Gottesleugner, Halbmenschen, die sich, in vollem dummen Ernst, für höhere Wesen halten als uns. Nicht alte Dichtersitte, Nicht Schimmer, der Licht log, Freunde nicht, die geblendet bewunderten, Vermochten deinen Entschluß zu erschüttern. Denn du, ein biegsamer Frühlingssproß Bey kleineren Dingen, Bist, wenn es größere gilt, Eiche, die dem Orkane steht. Und deckte gebildeter Marmor euch das Grab; Schandsäul' ist der Marmor: wenn euer Gesang Kakerlakken, oder Oranutane Zu Göttern verschuf. Ruhe nicht sanft, Gebein der Vergötterer! Sie sinds, Sie habens gemacht, daß nun die Geschichte nur Denkmaal ist; die Dichtkunst Nicht Denkmaal ist! Denn o wo ist der sorgsame Wahrheitsforscher, Der geht, und die Zeugen verhört? Geh hin, noch leben die Zeugen, Und halte Verhör, und zeih, wenn du kanst, Auch mich der Entweihung! Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Oden" ISBN: 3-15-001391-7 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Klopstock Gedichte? Bitte klicken Sie Friedrich Gottlieb Klopstock. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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