Eduard Mörike
Trost (Eduard Mörike)

Ja, mein Glueck, das lang gewohnte,

Endlich hat es mich verlassen!

- Ja, die liebsten Freunde seh ich

Achselzuckend von mir weichen,

Und die gnadenreichen Goetter,

Die am besten Huelfe wuessten,

Kehren hoehnisch mir den Ruecken.

Was beginnen? Werd ich etwa,

Meinen Lebenstag verwuenschend,

Rasch nach Gift und Messer greifen?

Das sei ferne! Vielmehr muss man

Stille sich im Herzen fassen.

Als ich dieses Wort gesprochen,

Huepfte mir das Herz im Busen,

Das noch erst geweinet hatte.