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Christian Hofmann von Hofmannswaldau Hochzeit Gedichte (Christian Hofmann von Hofmannswaldau)SOl der Degen an den Nagel? Wird der Helm nun abgelegt? Ruht der blaue Feuer Hagel / So den Schlacht-Gott selbst bewegt? Sol die Lust den Feind zudämpfen Zubezwingen Stahl und Stein / Sol die Brunst zu Sturm und Kämpfen / Todt und gantz erloschen seyn? Also kan ein süsses Blitzen / Und ein Wunder-reicher Brand / Dich nach neuer Art erhitzen / Und verändern Hertz und Hand / Daß du fühlst ein neues Brennen / Daß du folgest frembder Fahn / Daß dich Mars nicht mehr will kennen / Daß du suchest neue Bahn. Diß sind Kräften dieser Gaben / Diß sind Funcken dieser Gluth / So der Himmel hat gegraben / In der Liebsten Geist und Blut. Dieses ist / was dich den Degen / So dir noch kein Feind gethan Freundlich heisset niederlegen / Und dich übermeistern kan. Und wie solten nicht die Blicke / Die ein keusches Auge führt / Derer Glut durch keine Tücke Falscher Zeiten wird berührt; Stahl und Eisen selbst entbrennen / Mars und seine Helden-Hand Solt Er diese Venus kennen / Fühlte mehr als Liebes-Brand. Sind nicht Adel / Witz und Tugend / Vor Geschwister hier geacht? Zeigt die frühlings-gleiche Jugend Nicht die bundte Wunder-Pracht? Sind nicht die berühmten Schätze / So die Morgenröthe trägt / Nach der Schönheit Kunst-Gesetze Auf den keuschen Mund geprägt? Sind die klaren Asteriten / Und das ungemeine Licht / So die Freyheit dir bestritten / Und in deine Seele bricht / Nicht der Sonnen selbst zugleichen / So im Himmel Wache hält / Und begierig Ihm zuweichen / Zeitlich in die Wellen fällt? Nun du wirst mit solchen Gaben / Von der grossen Hand umbkräntzt / Die mehr Pracht und Schönheit haben / Als in Ganges Muscheln gläntzt / Warlich du hast viel gewonnen / Der du dieses Band erkiest / So der Himmel selbst gesponnen / Und fast mehr als Freyheit ist. Schönste Braut sey nicht bestürtzet / Freude hindert nicht die Zucht / Wer hat deine Macht verkürtzet / Und gestört des Siegesfrucht? Herrsche frey auff deinem Throne / Dessen Freyheit du belegt / Setzet keines Reiches Crone / Für die Fessel die es trägt. Bleibet lange bey Gelücke / Doch nicht allzulang allein / Lasset zarter Augenblicke / Eurer Liebe Zeuge seyn / Zeugen eurer grünen Jugend / Zeugen eurer jungen Zeit / Zeugen eurer Väter Tugend / Und der Mutter Freundligkeit. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-15-008889-5 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Hofmannswaldau Gedichte? Bitte klicken Sie Christian Hofmann von Hofmannswaldau. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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