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Annette von Droste-Hülshoff Am Turme (Annette von Droste-Hülshoff)Ich steh' auf hohem Balkone am Turm, umstrichen vom schreienden Stare, und lass' gleich einer Mänade den Sturm mir wühlen im flatternden Haare; o wilder Geselle, o toller Fant, ich möchte dich kräftig umschlingen, und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand auf Tod und Leben dann ringen! Und drunten seh' ich am Strand, so frisch wie spielende Doggen, die Wellen sich tummeln rings mit Geklaff und Gezisch und glänzende Flocken schnellen. O, springen möcht' ich hinein alsbald recht in die tobende Meute und jagen durch den korallenen Wald das Walroß, die lustige Beute! Und drüben seh' ich ein Wimpel wehn so keck wie eine Standarte, seh' auf und nieder den Kiel sich drehn von meiner luftigen Warte; o, sitzen möcht' ich im kämpfenden Schiff, das Steuerruder ergreifen und zischend über das brandende Riff wie eine Seemöve streifen. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Vom goldnen Überfluss" ISBN: Unbekannt Herausgeber: R. Voigtländers Verlag Mehr Droste-Hülshoff Gedichte? Bitte klicken Sie Annette von Droste-Hülshoff. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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