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Wilhelm Jensen (* 15. Februar 1837 in Heiligenhafen (Holstein); † 24. November 1911 in München-Thalkirchen) war ein deutscher Lyriker und Schriftsteller.
Leben
Bis zum Alter von 19 Jahren besuchte Wilhelm Jensen Gymnasien in Kiel und Lübeck. Anschließend absolvierte er von 1856 bis 1860 ein Studium der Medizin, dann der Philosophie und Literatur in Kiel, Würzburg und Breslau.
Bei Aufenthalten in München und Stuttgart in den Jahren 1863 bis 1869 traf er Emanuel Geibel und Wilhelm Raabe, deren poetischen Realismus er sich verbunden fühlte. 1868 wurde Wilhelm Jensen Redakteur der ''Schwäbischen Volkszeitung Stuttgart'' und ein Jahr später ihr Schriftleiter.
1876 verlegte er seinen Wohnsitz nach Freiburg im Breisgau. Dort lernte er im selben Jahr den Maler Emil Lugo kennen, den er aus Freundschaft fördert.
Wilhelm Jensen wohnte ab 1888 in München und erwarb ein Landhaus in Prien am Chiemsee. Zwischen 1892 und 1901 unternahm er mit seiner Familie und dem Maler Emil Lugo vier Reisen nach Italien.
Begraben wurde er auf Frauenchiemsee, einer Insel im Chiemsee.
Werke (in Auswahl)
- 1866 ''Timotheus'', Novelle
- 1869 ''Unter heißerer Sonne'', Novelle
- 1872 ''Eddystone'', Novelle
- 1879 ''Nach Sonnenuntergang'', Roman. Berlin: Silvester Frey
- 1884 ''Die Pfeifer von Dusenbach. Eine romantische Erzählung.'' Leipzig: Schlicke.
- 1892 ''In Zwing und Bann'', Roman. Dresden: Pierson
- 1892 ''Hunnenblut - Eine Begebenheit aus dem alten Chiemgau'' Leipzig
- 1893 ''Astaroth'', '' Mentha'', Zwei Novellen aus dem deutschen Mittelalter. Breslau.
- 1897 ''Aus See und Strand'', Roman. Leipzig
- 1901 ''Heimat'' Roman. Dresden: Reißner
- 1902 ''Der Schleier der Maja'' Leipzig
- 1902 ''Der Hohenstaufer Ausgang'', Geschichte und Dichtung. Dresden und Leipzig: Reißner
- 1903 ''Gradiva'', Ein pompejanisches Phantasiestück. Dresden und Leipzig: Reißner
- 1904 ''Vor drei Menschenaltern'' Ein Roman aus dem holsteinischen Land. Dresden: Reißner
- 1908 ''Osmund Werneking'' Historische Erzählung aus dem 15. Jahrhundert. Leipzig: Eduard Avenarius
- 1909 ''Die Nachfahren'' Ein geschichtlicher Roman. Leipzig: Elischer
- 1909 ''Deutsche Männer'', Roman aus dem Jahre 1809. Leipzig: Grethlein.
Literatur
- Waldemar Barchfeld: ''Wilhelm Jensen als Lyriker.'' Münster in Westfalen: Coppenrath. 1913.
- Heinrich Conrad: ''Wilhelm Jensen als Vertreter des historischen Romans.'' Gießen: Univ. Diss. 1923.
- Manfred Dierks: ''Der Wahn und die Träume. Eine fast wahre Erzählung aus dem Leben Thomas Manns.'' Düsseldorf u.a.: Artemis u. Winkler. 1997. ISBN 3-538-07048-2
- Gustav Adolf Erdmann: ''Wilhelm Jensen. Sein Leben und Dichten.'' Leipzig: B. Elischer Nachf. 1907.
- Wilhelm Fehse: ''Raabe und Jensen. Denkmal einer Lebensfreundschaft.'' Berlin: Grote. 1940.
- Otto Fraass: ''Wilhelm Jensen. Zu seinem Gedächtnis.'' München: H. Schmidt. 1912.
- Sigmund Freud: ''Der Wahn und die Träume in W. Jensens "Gradiva. Mit dem Text der Erzählung von Wilhelm Jensen und Sigmund Freuds Randbemerkungen'', hrsg. v. Bernd Urban. Frankfurt am Main: Fischer. 1995. ISBN 3-596-10455-6
- Wilhelm Raabe: ''Briefwechsel Raabe - Jensen.'' Freiburg i. Br. u.a.: Klemm. 1970.
- Walter Rothbarth: ''Wilhelm Jensen und Flensburg. Zur Vollendung seines 70. Lebensjahres.'' Flensburg: Grimm. 1907.
- Klaus Schlagmann: ''Die Wahrheit über Narziss, Iokaste, Ödipus und Norbert Hanold. Versuch einer konstruktiven Streitschrift.'' Saarbrücken: Verl. Der Stammbaum und die Sieben Zweige. 1996. ISBN 3-9805272-0-4
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