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Salomon Geßner Die Viole (Salomon Geßner)Einfältige Viole, Du hüllest zwar dein Antliz Vor aller Menschen Blike, Vor deinen eignen Bliken, In deiner Mutter Blätter, Und wählest dir zur Wohnung Einsidlerische Pläze. Doch Zephir kömmt, und raubet Die lieblichen Gerüche, Die du zu unvorsichtig Aus deinen Blümchen hauchest. Wann er dann Luft und Erde Damit erquiket siehet, Verläßt er dich, und flieget In eine ferne Gegend. Nichts ist vor den Begierden Der frechen Menschen sicher. Was hilft dich, armes Veilchen, Die blosse dunkle Farbe, Und dein einöder Wohnplaz, Wann deine süssen Düfte Dich immerhin verrathen? Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Idyllen" ISBN: 3-15-009431-3 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Geßner Gedichte? Bitte klicken Sie Salomon Geßner. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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