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Nikolaus Lenau In der Krankheit (Nikolaus Lenau)1 Nacht umschweigt mein Krankenlager; An der morschen Diele nur Reget sich der kleine Nager, Und es pickt die Pendeluhr, Die eintönig mich bedeutet, Wie das Leben weiter schreitet. Mir auch senkt sie sich, und schaurig Weht es aus der Niederung; Und, noch Jüngling, hör ich traurig, Wie aus banger Dämmerung Meines Herzens matten Schlägen Rauscht die Todesflut entgegen. 2 Einsamkeit! mein stilles Weinen Rinnt so heiß in deinen Schoß; Doch du schweigst und hast nicht einen Seufzer für mein trübes Los! Legen schon die Jugendjahre Abgeblüht mich auf die Bahre, Wird kein Auge feuchten sich? Wird kein Busen bänger schlagen, Wenn sie mich zu Grabe tragen? Liebt kein Herz auf Erden mich? Heißer strömt es von der Wange: Keines, keines! fühl ich bange. (1825) Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-458-33686-9 Herausgeber: Insel Verlag Mehr Lenau Gedichte? Bitte klicken Sie Nikolaus Lenau. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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