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Nikolaus Lenau An mein Vaterland (Nikolaus Lenau)Wie fern, wie fern, o Vaterland, Bist du mir nun zurück! Dein liebes Angesicht verschwand Mir, wie mein Jugendglück! Ich steh allein und denk an dich, Ich schau ins Meer hinaus, Und meine Träume mengen sich Ins nächtliche Gebraus. Und lausch ich recht hinab zur Flut, Ergreift mich Freude schier: Da wird so heimisch mir zumut, Als hört ich was von dir. Mir ist, ich hör im Winde gehn Dein heilig Eichenlaub, Wo die Gedanken still verwehn Den süßen Stundenraub. Im ungestümen Wogendrang Braust mir dein Felsenbach, Mit dumpfem, vorwurfsvollem Klang Ruft er dem Freunde nach. Und deiner Herden Glockenschall Zu mir herüberzieht Und leise der verlorne Hall Von deinem Alpenlied. Der Vogel im Gezweige singt, Wehmütig rauscht der Hain, Und jedes Blatt am Baume klingt Und ruft: gedenke mein! Als ich am fremden Grenzefluß Stillstand auf deinem Saum, Als ich zum trüben Scheidegruß Umfing den letzten Baum Nun denk ich dein, so sehnsuchtschwer, Wo manches Herz mir hold, Und ströme dir ins dunkle Meer Den warmen Tränensold! (1833) Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-458-33686-9 Herausgeber: Insel Verlag Mehr Lenau Gedichte? Bitte klicken Sie Nikolaus Lenau. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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