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Max Dauthendey


Die Leiern der Wollust (Max Dauthendey)


       

In kleinen Cafés, hinter farbigen Scheiben, ist ein Treiben von Kastagnetten und
Tamburinengeklingel

Und vom Getingel der Silber- und Glasperlenketten an fetten, üppigen Frauen,

Die sich aufgestellt, wie fleischige Pflanzen, die sich im Blauen aufbauen

Und sorglos und ohne Gedanken für die vier Winde tanzen.

Von ihren Gesichtern fiel Schleier und Binde, und doch sind sie nur wie lächelnde Blinde

Und stehen da zur irdischen Feier fürs Blut und sind der Wollust Leier

Und tun den Fingern der Männer gut, die, ohne nach Herzen zu fragen,

Versteckt wie die Wilddiebe, lüstern und schonungslos jagen.

Wie den Hengsten die Nüstern zittern, wenn sie die Stuten wittern,

So drängen sich unter Flüstern, zwischen roten düstern Feuern, zwischen
Häuserschatten und Mond,

Die Männer in Massen hin in den Gassen und zwischen Gemäuern.

Es ist ein Kichern und Fassen, und gelassen in den Fensterbogen wogen die Busen der Frauen,

Sieht unverlegen und klar hinaus und hält geöffnet zur Wollust Busen und Haar.


Verfügbare Informationen:
  Erschienen im Buch "Komm. Ziehn dich aus."
  ISBN: 3-251-00169-8
  Herausgeber: Haffmans Verlag


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