![]() |
|||||||
|
|||||||
Ludwig Jacobowski Familie (Ludwig Jacobowski)Meinen Brüdern Albert und Heinrich. Mir wird das Herz so bitterschwer, hol' ich die alten Bilder her der Eltern und der Brüder. Verwehte Jahre ziehn herauf, vernarbte Wunden wachen auf und zucken plötzlich wieder. Der Vater lief von Haus zu Haus und lief sich fast die Seele aus, fünf Jungens satt zu kriegen. Mit einem Fünfzigpfennigbrot da hat man seine liebe Not... Zehn Kilo müßt' es wiegen! Die Mutter immer bleich und krank, - das ging so Jahr und jahrelang; wir schlichen nur auf Zehen. Nur manchmal um ihr Bett herum, da saßen wir und hörten stumm die alte Wanduhr gehen. Zwei Brüder sind der ganze Rest; die andern hält die Erde fest, die wird nichts wiedergeben. Wir drei, wir schaun uns oft so an - Wer weiß, wer morgen von uns dran - Prost Brüder, ihr sollt leben! Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Vom goldnen Überfluss" ISBN: Unbekannt Herausgeber: R. Voigtländers Verlag Mehr Jacobowski Gedichte? Bitte klicken Sie Ludwig Jacobowski. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
| ||||||