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Karoline von Günderode Adonis Totenfeier (Karoline von Günderode)Wehe! daß der Gott auf Erden Sterblich mußt geboren werden! Alles Dasein, alles Leben Ist mit dem Tod gegeben. Alles wandelt und vergehet, Morgen sinkt, was heute stehet; Was jetzt schön und herrlich steiget Bald sich hin zum Staube neiget; Dauer ist nicht zu erwerben, Wandeln ist unsterblich Sterben. Wehe! daß der Gott auf Erden, Sterblich mußt geboren werden! Alle sind dem Tod verfallen, Sterben ist das Los von allen. Viele doch sind, die nicht wissen, Wie der Gott hat sterben müssen; Blinde sind es, die nicht sehen, Nicht den tiefen Schmerz verstehen, Nicht der Göttin Klag und Sehnen Ihre ungezählten Tränen, Daß der süße Leib des Schönen Muß dem kargen Tode fröhnen. Brechet Rosen; jede Blume, Sei verehrt im Heiligtume, Forscht in ihren Kindermienen, Denn es schläft der Gott in ihnen; Uns ist er durch sie entstanden Aus des dumpfen Grabes Banden. Wie sie leis hervor sich drängen Und des Hügels Decke sprengen, Ringet aus des Grabes Engen Sich empor verschloßnes Leben; Tod dem Raub muß wiedergeben, Leben wiederkehrt zum Leben. Also ist der Gott entstanden Aus des dumpfen Grabes Banden. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Der Schatten eines Traumes" ISBN: 3-630-61348-9 Herausgeber: Luchterhand Literaturverlag Mehr Günderode Gedichte? Bitte klicken Sie Karoline von Günderode. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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