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Justinus Kerner Denkmale (Justinus Kerner)1 Kepler Arm, preisgegeben jeglicher Beschwerde, Vom undankbaren Heimatland vertrieben, Sah er empor von dieser kalten Erde Und lernte recht die warmen Sonnen lieben. Der Erd' entlehntes Licht er gern entbehrte, War ihm die hellre Heimat doch geblieben, Von Sonnengold sein hehres Haupt umflossen, Stand jeder Himmel vor ihm aufgeschlossen. 2 Frischlin Ihn schlossen sie in starre Felsen ein, Ihn, dem zu eng der Erde weite Lande. Doch er, voll Kraft, zerbrach den Felsenstein Und ließ sich abwärts am unsichern Bande. Da fanden sie im bleichen Mondenschein Zerschmettert ihn, zerrissen die Gewande. Weh! Muttererde, daß mit linden Armen Du ihn nicht auffingst, schützend, voll Erbarmen. 3 Schubart Ihn stießen sie aus frischen Lebensgärten In dunkle, modernde Gewölbe nieder, Mit Ketten seine Hände sie beschwerten: Da stiegen Heil'ge liebend zu ihm nieder Und wurden fortan Freund' ihm und Gefährten: So sang begeistert er die frommen Lieder. Und als den Kerker sie ihm aufgeschlossen, Schien ihm die Welt von Grau'n und Nacht umflossen. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Ausgewählte Werke" ISBN: 3-15-003857-X Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Kerner Gedichte? Bitte klicken Sie Justinus Kerner. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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