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Hugo von Hofmannsthal Ballade vom kranken Kind (Hugo von Hofmannsthal)Das Kind mit fiebernden Wangen lag, Rotgolden versank im Laub der Tag. Das Fenster hing voller wildem Wein, Da sah ein fremder Jüngling herein. »Laß, Mutter, den schönen Knaben ein, Er beut mir die Schale mit leuchtendem Wein, Seine Lippen sind wie Blumen rot, Aus seinen Augen ein Feuer lobt.« Der nächste Tag verglomm im Teich, Da stand am Fenster der Jüngling, bleich, Mit Lippen wie giftige Blumen rot Und einem Lächeln, das lockt und droht. Ach Mutter, was bist du nicht erwacht! Er kam geschlichen ans Bett bei Nacht: Und, weh, seinen Wein ich getrunken hab Und morgen könnt ihr mir graben das Grab!« Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Deutsche Balladen" ISBN: 3-15-008501-2 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Hofmannsthal Gedichte? Bitte klicken Sie Hugo von Hofmannsthal. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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