![]() |
|||||||||||||
|
|||||||||||||
Heinrich Heine - Bedeutung und NachlebenAufgrund seiner Eigenständigkeit sowie seiner formalen und inhaltlichen Breite lässt sich Heines Werk keiner eindeutigen literarischen Strömung zuordnen. Heine geht aus der Romantik hervor, überwindet aber bald deren Ton und Thematik - auch in der Lyrik. Laut seinem Biographen Joseph A. Kruse spiegeln sich in seinem Werk Elemente der Aufklärung, der Weimarer Klassik, des Realismus und des Symbolismus wider.Vor allem war er ein politisch kritischer Autor des Vormärz. Mit den Autoren des Jungen Deutschland, denen er bisweilen zugerechnet wird, verbindet ihn das Streben nach politischer Veränderung hin zu mehr Demokratie in ganz Europa, speziell in Deutschland. Seine Distanzierung von der "Tendenzliteratur" der Jungdeutschen, die er als "gereimte Zeitungsartikel" verspottete, geschah nicht aus politischen, sondern aus ästhetischen Gründen. Persönlich stand Heine Karl Marx und Friedrich Engels nahe, ohne jedoch deren politische Philosophie bis ins Letzte zu teilen. Heine polarisierte schon seine Zeitgenossen, nicht zuletzt, weil er selbst polarisierende Urteile nicht scheute. Er griff tatsächliche oder vermeintliche Gegner ebenso hart an wie er selbst angegriffen wurde und schreckte vor keiner Polemik zurück. Nach seinem Tod nahm die Schärfe der Auseinandersetzungen um ihn eher noch zu - und sie hielt mehr als ein Jahrhundert an. Symptomatisch dafür war der Streit um ein würdiges Heine-Denkmal in Deutschland. Nationalistisch und antisemitisch argumentierende Literaturwissenschaftler wie Adolf Bartels prägten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend die öffentliche Wahrnehnung Heines. Die seit dem Jubiläumsjahr 1897 anhaltenden Bemühungen, ihm in seiner Geburtsstadt Düsseldorf ein Denkmal zu setzen, denunzierte Bartels 1906 in einem berühmt-berüchtigten Aufsatz "Heinrich Heine. Auch ein Denkmal" als ''"Kotau vor dem Judentum"'', ihn selbst als ''"Decadence-Juden"''. Erst in den 1920er Jahren wurden Heine-Denkmäler in Hamburg und Frankfurt am Main errichtet. Diese wurden jedoch schon wenige Jahre später wieder zerstört oder entfernt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden auch Heinrich Heines Bücher verbrannt. Einige seiner Gedichte, insbesondere die vertonten, waren jedoch so populär, dass sie sich nicht verbieten ließen. Das Loreley-Lied beispielweise stand auch während der Nazi-Zeit in den Lesebüchern für Schulen - versehen mit der Herkunftsangabe "Dichter unbekannt". Selbst in der Bundesrepublik hielt der Streit um Heine an. Die geplante Benennung der Düsseldorfer Universität nach dem beutendsten Dichter, den die Stadt hervorgebracht hat, verursachte einen 20 Jahre währenden Streit, der erst zu Beginn der 1980er Jahre beigelegt wurde. Neben der Heinrich Heine Universität gibt es seither auch ein Heine-Denkmal in seiner Geburtsstadt. Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Heinrich Heine aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
|||||||||||||
| ||||||