Gottfried Keller
Wieder vorwärts! (Gottfried Keller)

Berghinan vom kühlen Grund

Durch den Wald zum Felsenknauf

Haucht des Frühlings holder Mund,

Tausend Augen tun sich auf.

Sachte zittert Reis an Reis,

Langt hinaus, noch halb im Traum,

Langt und sucht umher im Kreis

Für drei grüne Blättlein Raum.

Doch mit lautem Wellensang

Weckt der Bach die Waldesruh,

Mitten drin am jähen Hang

Schläft ein Trumm von einer Fluh.

Das einst hoch am Silberquell

In des Berges Krone lag,

Nieder führt' an diese Stell'

Es ein solcher Frühlingstag.

Wo es hundert Jahre blieb

Hangen an der Eschenwurz;

Heute reisst der junge Trieb

Weiter es im Wassersturz.

Du versteinte Herrlichkeit,

O wie tanzest du so schwer

Mit der tollen Frühlingszeit -

Hinter dir kein Rückweg mehr!