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Gottfried Keller Frühlingsbotschaft (Gottfried Keller)Zum Gerichte rief der Frühling. Denn mit Strenge zu verfahren Gegen ketzerisch verstockte Übelsinnige Verzweiflung, Haben seine Heiligkeit Bei der Sonne Glanz geschworen. Und in grünem Feuer flammen Alle Bäume nun auf Erden, Jeder Baum ist eine Flamme! Und geschürt sind alle Gluten, Angefacht glühn alle Rosen, Während die schismatisch grauen Aufgelösten Nebelflocken Klagend durch die Lüfte flattern, Gleich verbrannter Ketzer Asche; Doch der heilig ernste Himmel Lässt sie ohne Spur verschwinden, Und er schaut ins grüne Feuer Mit erbarmungsloser Bläue. Zeiget sich ein Hoffnungsfunke, Nur ein Fünklein heitern Glaubens, Nur ein Strahl des guten Geistes, O so stellt ihn auf zur Linken, Zur Belehrung und zur Bessrung! O so stellt ihn, wo das Herz schlägt, Auf der Menschheit frohe Linke, Auf des Frühlings grosse Seite! Sollt' es sich jedoch ereignen, Dass das peinliche Verfahren Nichts enthüllte, nichts ergäbe, Was da nur der Rede wert, Das Delirium des Rausches Selbst nur eine dunkle Leere Vor den Richtern offenbarte: Schleunig lasst den Sünder laufen, Jagt ihn stracks zur schnöden Rechten, Wo Geheul und Zähneklappern, Dummheit und Verdammnis wohnen! Mehr Keller Gedichte? Bitte klicken Sie Gottfried Keller. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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