Gottfried Keller
An A. A. L. Follen (Gottfried Keller)

Nimm diese Lieder, Lobgesang und Klagen,

Wie sie die bunte Jahreszeit gebracht!

Wie mir der Himmel wechselnd weint' und lacht',

Hab' ich die Lyra regellos geschlagen.

Im Sande knarrt der Freiheit goldner Wagen,

Es ist ein müssig Schreien Tag und Nacht;

Betäubt, verworren von der Zungenschlacht,

Zeigt sich der Beste schwach in diesen Tagen.

Klar sind sich nur die Schlimmen und die Schlechten,

Sie suchen sich und scharen sich in Einheit,

Entsagend dumpf der Ehre und dem Rechten!