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Friedrich Hebbel Scheidelieder (Friedrich Hebbel)1 Kein Lebewohl, kein banges Scheiden! Viel lieber ein Geschiedensein! Ertragen kann ich jedes Leiden, Doch trinken kann ich's nicht, wie Wein. Wir saßen gestern noch beisammen, Von Trennung wußt' ich selbst noch kaum! Das Herz trieb seine alten Flammen, Die Seele spann den alten Traum. Dann rasch ein Kuß vom lieben Munde, Nicht schmerzgekränkt, nicht angstverkürzt! Das nenn ich eine Abschiedsstunde, Die leere Ewigkeiten würzt. 2 Das ist ein eitles Wähnen! Sei nicht so feig, mein Herz! Gib redlich Tränen um Tränen, Nimm tapfer Schmerz um Schmerz! In diesem bittren Leiden Hab ich nur darum Mut, Nur darum Kraft zum Scheiden, Weil es so weh uns tut. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-15-003231-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Hebbel Gedichte? Bitte klicken Sie Friedrich Hebbel. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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