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Friedrich Hebbel Herr und Knecht (Friedrich Hebbel)Weg das Gesicht! Ich duld es nicht! Wo ist der zweite Jäger? So ruft der Graf in zorn'gem Ton, Der Alte schleicht betrübt davon, Des Forstes bester Pfleger. Das Hifthorn schallt, Nun in den Wald! Es ist zum ersten Male, Daß er dies Schloß im finstren Tann Besucht, er sah's nur dann und wann Von fern im Mondenstrahle. Sie sprengen fort; Was kauert dort Am Wege, hinterm Flieder? Der Greis, er zeigt aufs graue Haupt, Der Jüngling aber flucht und schnaubt: Du kehrst mir nimmer wieder! Mit eins so wild Und sonst doch mild? So fragt man in der Runde. Ich sah den Mann schon Böses tun, Doch ganz vergebens sinn ich nun, Ich weiß nicht Ort, noch Stunde! Er jagt allein Im tiefsten Hain, Den schwarzen Eber hetzend; Die andern blieben weit zurück, Da stürzt sein Pferd, an einem Stück Gestein den Fuß verletzend. Der Alte tritt Mit raschem Schritt Hervor, von Gott gesendet; Er fängt das Tier im grimm'gen Lauf Behend mit seinem Spieße auf, Da liegt es und verendet! Nun kehrt er stumm Sich wieder um, Dem Herrn die Hand zu geben; Doch der springt auf: Noch immer da? So ist dir auch das Ende nah! Und will den Speer schon heben. Und blutbedeckt, Zum Tod erschreckt, Bleibt er gebückt nun stehen. Der Sterbende blickt über sich Und murmelt noch: So habe ich Ihn schon im Traum gesehen! Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-15-003231-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Hebbel Gedichte? Bitte klicken Sie Friedrich Hebbel. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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