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Friederike Kempner Der Sinn der Ferne (Friederike Kempner)Der Sinn der Ferne Erd' und Himmel rollen in einander, Nur ein einzig Sternlein blinket noch, Wie ein blaues Aug' im dunklen Wetter Strahlt es an dem Himmelszelte hoch. Jenes Sternlein birget ferne Welten, Und Dein Blick, er trägt Dich sonnenweit. Wer rief jenen Stern und jenen Sinn der Ferne In das Leben unsrer Wirklichkeit? Mast und Segel schwimmen auf dem Meere, Wer schafft dieses Ungewitters Sturm? Und die Schlange in den schwarzen Wolken, Und den kleinen roten Totenwurm? Menschheit unter Würmern, steh' mir Rede, Armes undankbar-verwöhntes Kind. Trägt der Zufall meilenweit die Blicke, Ist's nur Zufall, daß wir sterblich sind? Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-88221-802-9 Herausgeber: Matthes & Seitz Verlag Mehr Kempner Gedichte? Bitte klicken Sie Friederike Kempner. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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