Emanuel Geibel - Künstlerisches Schaffen
Geibel war ein Spätromantiker, dessen Werke einem klassizistischen Schönheitskult folgen, aber nie Gefühlstiefe vermitteln. Seine Gedichte sollten formvollendet und einzig auf die Ästhetik reduziert sein. Sie waren noch vom Stil der Romantik beeinflusst, als diese längst verstrichen war. Seine patriotischen Gedichte bildeten einen scharfen Kontrast zu den Jungdeutschen und den Naturalisten, von denen er heftig angegriffen wurde.
Teile seiner Gedichte wurden auch im Nationalsozialismus mißbraucht. Das Schlagwort "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" wurde seinem Gedicht ''Deutschlands Beruf'' von 1861 entnommen. Sein wohl bekanntestes Werk ist das Gedicht ''Burschenlust'', auch bekannt als ''Der Mai ist gekommen'', das er 1841 auf Schloss Escheberg begann zu dichten. Geibel versuchte sich auch als Dramatiker, zum Beispiel beim Opern-Libretto ''Loreley'', jedoch ohne großen Erfolg. Bedeutender sind seine Übersetzungen französischer, spanischer, griechischer und lateinischer Lyrik.
Theodor Fontane setzte Geibel ein literarisches Denkmal in der Prägung "Geibelei", unter der er schöne aber formal stereotype Lyrik verstand, die sich mit beliebigen Inhalten füllen ließe.
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