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Eduard Mörike Mein Fluss (Eduard Mörike)O Fluss, mein Fluss im Morgenstrahl! Empfange nun, empfange Den sehnsuchtsvollen Leib einmal, Und kuesse Brust und Wange! - Er fuehlt mir schon herauf die Brust, Er kuehlt mit Liebesschauerlust Und jauchzendem Gesange. Es schluepft der goldne Sonnenschein In Tropfen an mir nieder, Die Woge wieget aus und ein Die hingegebnen Glieder; Die Arme hab ich ausgespannt, Sie kommt auf mich herzu gerannt, Sie fasst und laesst mich wieder. Du murmelst so, mein Fluss, warum? Du traegst seit alten Tagen Ein seltsam Maerchen mit dir um, Und muehst dich, es zu sagen; Du eilst so sehr und laeufst so sehr, Als muesstest du im Land umher, Man weiss nicht wen, drum fragen. Der Himmel, blau und kinderrein, Worin die Wellen singen, Der Himmel ist die Seele dein: O lass mich ihn durchdringen! Ich tauche mich mit Geist und Sinn Durch die vertiefte Blaeue hin, Und kann sie nicht erschwingen! Du weisest schmeichelnd mich zurueck Zu deiner Blumenschwelle. So trage denn allein dein Glueck, Und wieg auf deiner Welle Der Sonne Pracht, des Mondes Ruh: Nach tausend Irren kehrest du Zur ewgen Mutterquelle! Mehr Mörike Gedichte? Bitte klicken Sie Eduard Mörike. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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