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Eduard Mörike Bei der Marien-Bergkirche (Eduard Mörike)Am Geburtstag des Freundes O liebste Kirche sondergleichen, Auf deinem Berge ganz allein, Im Wald, wo Linden zwischen Eichen Ums Chor den Maienschatten streun! Aus deinem grünen Rasen steigen Die alten Pfeiler prächtig auf, An Drachen, Greifen, Laubgezweigen Reich bis zum letzten Blumenknauf. Und Nachtigall und Kuckuck freuen Sich dein- und ihrer Einsamkeit, Sie kommen jährlich und erneuen Dir deine erste Frühlingszeit. Der Wohllaut deiner Orgeltöne Schläft, ach, manch lieben langen Tag, Bis einmal sich dein Tal der Schöne Deines Geläutes freuen mag. Dort, wo aus gelbem Stein gewunden Die Treppe hängt, ein Blumenkranz, Vertieft sich heut in Abendstunden Mein Sinn in ihre Zierde ganz. Musik der hundertfachen Flöte, Die mit dem letzten Strahl verschwebt, Und schweigt - bis sie die Morgenröte Des gleichen Tages neu belebt. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Sämtliche Werke Band I" ISBN: 3-538-05651-x Herausgeber: Winkler Verlag Mehr Mörike Gedichte? Bitte klicken Sie Eduard Mörike. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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