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Clemens Brentano Nun, gute Nacht! mein Leben... (Clemens Brentano)Nun, gute Nacht! mein Leben, Du alter, treuer Rhein! Deine Wellen schweben Klar im Sternenschein; Die Welt ist rings entschlafen, Es singt den Wolkenschafen Der Mond ein Lied. Der Schiffer schläft im Nachen Und träumet von dem Meer; Du aber du mußt wachen Und trägst das Schiff einher; Du führst ein freies Leben, Durchtanzest bei den Reben Die ernste Nacht. Wer Dich gesehn, lernt lachen; Du bist so freudenreich, Du labst das Herz der Schwachen Und machst den Armen reich, Du spiegelst hohe Schlösser, Und füllest große Fässer Mit edlem Wein. Auch manchen lehrst du weinen, Dem du sein Lieb entführt, Gott wolle die vereinen, Die solche Sehnsucht rührt; Sie irren in den Hainen Und von den Echosteinen Erschallt ihr Weh. Und manchen lehret beten Dein tiefer Felsengrund; Wer dich im Zorn betreten, Den ziehst du in den Schlund; Wo deine Strudel brausen, Wo deine Wirbel sausen, Da beten sie. Mich aber lehrst du singen, Wenn dich mein Aug ersieht, Ein freudeselig Klingen Mir durch den Busen zieht; Treib fromm nur meine Mühle, Jetzt scheid ich in der Kühle Und schlummre ein. Nun werf ich dir zum Spiele Den Kranz in deine Flut, Trag ihn zu seinem Ziele, Wo dieser Tag auch ruht; Gut Nacht! ich muß mich wenden, Muß nun mein Singen enden, Gut Nacht! mein Rhein! Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-15-008669-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Brentano Gedichte? Bitte klicken Sie Clemens Brentano. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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