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Clemens Brentano Herr, dir sei Lob und Dank... (Clemens Brentano)Herr, dir sei Lob und Dank, Um immer mich zu finden, Willst du mich müd und krank Hier an mein liebes Schmerzensbettlein binden, Ach, Herr! viel tausend Lob und Dank! Dein Will geschah' an mir, Gib nur Geduld, dann strafe, Ich bin verschuldet dir, Sei ich dein freies Kind, sei ich dein Sklave, Ach, nur dein Will gescheh' an mir! Herr! wie es dir gefällt Willst du aufs Kreuz mich legen, Sei ich ans Kreuz gestellt, Geh kreuzbeladen, Herr, ich dir entgegen, Ach alles, wie es dir gefällt. Treu hast du mich geliebt, Denn, könnt ich dir entfliehen, Ich hätt dich oft betrübt, So konntest du mich besser dir erziehen, Wie treu, Herr, hast du mich geliebt. Wie ständ es wohl mit mir? Könnt ich wie andre Kinder Mich tummeln voll Begier. Sind andre blind, ach Herr, ich wär noch blinder, Ach Herr, wie ständ es dann mit mir. O Herr, wie lieb und gut, Um viele Liebe zu erwecken, Wollt'st du mich junges Blut Als Quell des Mitleids auf das Lager strecken, O Herr, wie bist du lieb und gut. Du hast mich heimgesucht, Gott Dank, daß ich hier liege, Herr, meiner Leiden Frucht Lehrt mich mein Engel an der Schmerzenswiege. Willkomm, Herr, der mich heimgesucht. Herr! du bedienst dich mein; Gar manche Trostesworte, Worin der Name dein Das Süßste mir, erklingen hier am Orte, O Freude, du bedienst dich mein! Wie's ist, so ist es recht, So schwach, mühselig, schwankend Von Epheu ein Geflecht Vom Kreuz gestützt, zum Licht sehnsüchtig rankend. Herr, wie es ist, ist's recht! Herr, wär ich fromm und reich An Demut und an Schmerzen, Ich wucherte sogleich, Gäb allen Trost dir hin und litt von Herzen, Und litt mich fromm und reich. O himmlische Geduld, Du kannst mit Schmerzen zahlen, Nimm auf mein Leid mit Huld, Ich opfre es vereint mit deinen Qualen. Sei bei mir, himmlische Geduld. Die lieben Röschen all Und große süße Rosen, Des Freundes Seufzerschall Schneid ich für Dornen mir aus deinen Rosen, Nimm dir dein Röschen ganz und all! Wie wär ich doch so arm Und könnte nichts verdienen, Wär mir an deinem Arm Nicht Lieb und Schmerz und die Geduld erschienen. Ach, Herr! wie wär ich dann so arm! Das Röschen, Herr, ist dein; Könnt laufen ich und hüpfen, Manch Rosenblättchen fein Könnt in den Wind hinwehend dir entschlüpfen. Allein jetzt ist das Röschen dein. Berührt von Gottes Hand Treibt mich ein still Entzücken Am Kreuz empor; zum Pfand Der Liebe will vielleicht mein Herr mich pflücken. Dann blüh ich neu in Jesu Hand. Dir will das Röschen blühn, Du Haupt voll Blut und Wunden, Wie seh ich dich erglühn, Du Bräutigam, von Dornen ganz umwunden, Dir will das Dornenröschen blühn. So ließ ein Pilger einst Dich Dornenröschen reden, Wenn du so leiden lernst, Dann kannst du zu den Wunden Jesu beten Für alle und den Pilger ernst! Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-15-008669-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Brentano Gedichte? Bitte klicken Sie Clemens Brentano. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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