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Clemens Brentano Ein Ritter an dem Rheine ritt... (Clemens Brentano)Ein Ritter an dem Rheine ritt In dunkler Nacht dahin, Ein Ritterlein, das reitet mit Und fragt: wohin dein Sinn? Mein Sinn, der steht nach Minnen, Ich hab mich rumgeschlagen, Und konnt doch nichts gewinnen, Und mußt das Leben wagen. Ei hast du nicht die Ehr davon? Die Ehr ist hohes Gut Ich hätt die liebe Zeit davon, Die Ehr ist mir kein Gut. Mein Blut ist hingeflossen Rot zu der Erde nieder, So warm ich es vergossen, Gibt mir's die Ehr nicht wieder. Da sprach das kleine Ritterlein: Daß Gott sich dein erbarm! Du mußt ein schlechter Ritter sein, Weil deine Ehr so arm. Ich will nun mit dir rechten, Weil du nicht ehrst die Ehre; Mein Ehr will ich verfechten, Setz deine nur zur Wehre. Des Ritters Unwill war sehr groß, Drum er vom Rosse sprang, Auch machet sich der kleine los Und sich zur Erde schwang. Da fühlt sich der Geselle Von hinten fest umwinden, Es ist die Nacht nicht helle, Sie streiten wie die Blinden. Ei hast du nicht die Ehr davon? Die Ehr ist hohes Gut Ich hätt die liebe Zeit davon, Die Ehr ist mir kein Gut. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-15-008669-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Brentano Gedichte? Bitte klicken Sie Clemens Brentano. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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