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Clemens Brentano Du Herrlicher! den kaum die Zeit erkannt... (Clemens Brentano)Du Herrlicher! den kaum die Zeit erkannt, Der wie ein schuldlos Kind Begeistert fromm die treue keusche Hand Nach Gottes Flamme streckte, Der für das Eitle blind Ohn umzuschaun zur Wiege alter Kunst Durch neuer Lüge Götzentempel drang, Und stillanschaund die Göttliche erweckte. Sie lächelte und nannte dich den Ihren, Der ihr die irdschen Kränze so bedeutend schlang Und wollte dich, mit ihr zu triumphieren Zum selgen Born von allem Lichte führen. Wer dich geliebt, verstand den schönen Traum, Den du im Himmel träumtest, dessen Schatten Auf unsrer dunklen Erde lichten Saum Weissagend niederfiel. Dein Künstlerwerk, es schien ein zierlich Spiel, Es rankte blumig auf und betend vor der Sonne Setzt fromme Kindlein du in süßer Kelche Wonne; Doch wie im Frühlingstaumel fromm ein Herz Das Siegsgepräng des ewgen Gottes liest, Wie in des Lebens ernstem Blumenscherz Dem Schauenden die Tiefe sich erschließt, So steht, die Schwester dieser sündentrunknen Zeit, Vor deinen Bildern glaubend, hoffend, liebend, die Beschaulichkeit. O trauert nicht um seinen frühen Tod! Er lebte nicht, er war ein Abendrot, Verspätet aus verlornen Paradiesen Ließ täuschend es in unsrer Nächte Not Die ahndungsreichen Schimmer fließen. Und wer an seinem Grabe eine Nacht In Tränen harrt, bis daß der Tag erwacht, Den seines Lebens Morgenstern verhieß, Der wird, ist er ein Kind, den Morgen kaum erleben, Ist er ein frommer Mann, mit ihm, der uns verließ, Im Tode nur zum neuen Tage schweben. Die Zeit, sie ist die Nacht, in der wir weinen, Der Vorzeit Traum, er ist's, den wir verloren, Der Nachwelt, wird der Tag ihr einst erscheinen, Lebt unser Freund auf ewig mir ist er geboren. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-15-008669-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Brentano Gedichte? Bitte klicken Sie Clemens Brentano. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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