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Clemens Brentano Bestellte Poesie (Clemens Brentano)Bleib nur stille, Gottes Wille Hat auch dich ja ausersehn, Alle Armut, alle Fülle Wird auch dir vorübergehn. Bleib nur innig Treu und sinnig, Wie dich auch der Engel grüßt, Spreche: Deine Magd, Herr! bin ich, Die dir nie ihr Herz verschließt. Bleib nur heiter, Blick nicht weiter Als zum Hirten, der dich führt. Sorge bricht die Himmelsleiter, Weil sie aus der Erde rührt. Bleib vertrauend Aufwärts schauend, Nimm nur fremde Not ans Herz, Und auf die Verheißung bauend Trag die Erde himmelwärts. Bleib nur selig, Ach allmählich Wird die Nacht vorüber gehn, Denk, nur wenge Stunden zähl ich, Schlafengehn wird Auferstehn. Bleib nur liebend, Wenn betrübend Alles Leben treulos scheint, Stirb du, allen Liebe übend, Dann stirbst du dem Herrn vereint. Bleib in Frieden, Ungeschieden, Eng getraut dem einzgen Gut, Der die Arm' ausstreckt hienieden, Bis Süßlieb am Herz ihm ruht. Bleib nur betend, Wenig redend, Sorge für dein Gartenbeet, Säend, pflanzend, stützend, jätend, Bis es reif zur Ernte steht. Bleib nur kindlich, Unverbindlich Dieser lügenvollen Welt, Einem nur unüberwindlich Wirk dein Herz ins Siegsgezelt. Bleib nur leise, In dem Gleise, Wird zum Ernste einst das Spiel Und die wirre, bunte Reise Tritt zum lichtgeschmückten Ziel. Bleib nicht, allen Zu gefallen, Wählend auf dem Scheideweg, Ob links?, rechts? zum Traum zu wallen? Segnend dich zur Seite leg. Bleib nur hüpfend Und entschlüpfend, Allen ab- und zugewandt, Alle Schleifen hier verknüpfend Führen nicht ins Vaterland. Bleib lebendig, Ganz abwendig Werd mir nie, o sei mir fromm, Mit dir leb ich, mit dir end ich Fleh! daß uns sein Reich zukomm! Bleib demütig! Einstens blüht ich, War doch nie so froh wie du, Arm war ich und übermütig, Gott und du ihr sah't mir zu! Bleib geduldig, Denn ich huldig' Aller Huld allein in dir, Strafe, lohn'? was all verschuld ich? Gib stumm Kind, ach gib es mir! Bleib, wie üblich, Fein und lieblich, Zäh und kraus, das arme Kind, Dessen Fesseln, nie verschieblich, Nimmer ich mein Herz entwind. Bleib nicht länger Aus, denn enger, Immer enger, wird die Brust Deinem armen kranken Sänger Dessen Herz du stimmen mußt. Bleib das süße Ziel der Grüße, Grüß dich Gott viel tausendmal, Auf dem Baum im Paradiese Liebste Frau von Nachtigall! Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte" ISBN: 3-15-008669-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Brentano Gedichte? Bitte klicken Sie Clemens Brentano. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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