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(nicht angegeben) Novalis An meine Freunde ((nicht angegeben) Novalis)An meine Freunde Sind wir denn hier das Spiel des Glückes Das sich bald hier bald dorthin neigt, Und liegen auf der Waage des Geschickes, Die vorhin sank, nun steigt? Und sollen immer denn Tyrannen Beherrschen unser Wohl und Leid Erhöhen, wenn sie Redliche verbannen Die Niederträchtigkeit! Und stolze Priester uns gebieten Was unsre Seele glauben soll, Mit Feuer und Schwert verkündigen den Frieden Des heiligen Wahnsinns voll! Und Kriege ganze Nationen Ins Unglück stürzen um den Ruhm Daß Einem untertan mehr Regionen Als Waffeneigentum? Und soll uns dann in Fesseln zwingen Die nachgeahmte Häßlichkeit Um Weihrauch einem Mächtigen zu bringen Nur groß durch Schändlichkeit? Nein! Freunde kommt, laßt uns entfliehen Den Fesseln, die Europa beut, Zu Unverdorbnen nach Taiti ziehen Zu ihrer Redlichkeit. Und laßt uns da das Volk belehren Wie Orpheus einstens tat; Das Saitenspiel soll ihrer Wildheit wehren Errichten einen Staat, Und wo nicht blutige Trophäen Auf offnem Platze aufgestellt, Und nicht dem Gott zu dem wir innig flehen Ein blutig Opfer fällt. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte / Die Lehrlinge zu Sais" ISBN: 3-15-007991-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Novalis Gedichte? Bitte klicken Sie (nicht angegeben) Novalis. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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