![]() |
|||||||
|
|||||||
(nicht angegeben) Novalis An die Muse ((nicht angegeben) Novalis)Wem du bei der Geburt gelächelt, Und Dichtergaben zugewinkt Der, süße Göttin, der erringt Nicht Lorbeern, wo das Schlachtfeld röchelt, Und Blut in langen Strömen rinnt, Der wird nicht im Triumphe ziehen Den ihm ein schwarzer Sieg gewinnt, Und nie von Stolz und Ehrsucht glühen Wenn zwanzig Heere vor ihm fliehen Dem Reiz des Siegerruhmes blind. Auch Hofintrigen und Kabalen Kennt seine heitre Seele nicht, Und bleibt selbst bei Ministerwahlen Gleichgültig, Ehre reizt ihn nicht, Und selbst die höchsten Ehrenstellen Vermögen nie was über ihn. Auch strebt er nimmer über Wellen Zu fernen Zonen hinzuziehn, Um mit Gefahren seines Lebens Zu holen Purpur oder Gold Und Perlen und was Sina zollt; Denn Eigennutz reizt ihn vergebens. Doch hüpft er gern auf grüner Flur Mit jungen frohen Schäferinnen Und stimmt um Liebe zu gewinnen Voll süßer Einfalt und Natur Die kleine Silbersaitenleier Zur sanften, holden Frühlingsfeier: Und singt, wie Liebe ihm es lehrt Auf heitern, ländlichen Gefilden Von seinem Mädchen nur gehört Ihr süßes Lob und kränzt die wilden Entrollten Locken wonnevoll. Sein ruhig Auge sanft und milde Blickt keinen Haß und bittern Groll, Lacht kummerlos und gleicht im Bilde Dem Quell, der aus dem Felsen quoll; Nicht Stürme wüten ihm im Busen Kein Kummer scheucht ihm sanfte Ruh Er sieht dem Schicksalswechsel zu Voll Gleichmut und bleibt treu den Musen. Und ruft ihn von der Oberwelt Mit leisem Ruf Merkur herunter, [...] Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte / Die Lehrlinge zu Sais" ISBN: 3-15-007991-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Novalis Gedichte? Bitte klicken Sie (nicht angegeben) Novalis. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
| ||||||