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(nicht angegeben) Novalis An Dora ((nicht angegeben) Novalis)An Dora Zum Dank für das Bild meiner Julie Soll dieser Blick voll Huld und Güte Ein schnell verglommner Funken sein? Webt keiner diese Mädchenblüte In einen ewgen Schleier ein? Bleibt dies Gesicht der Treu und Milde Zum Trost der Nachwelt nicht zurück? Verklärt dies himmlische Gebilde Nur Einen Ort und Augenblick? Die Wehmut fließt in tiefen Tönen Ins frohe Lied der Zärtlichkeit. Niemals wird sich ein Herz gewöhnen An die Mysterien der Zeit. O! diese Knospe süßer Stunden, Dies edle Bild im Heilgenschein, Dies soll auf immer bald verschwunden, Bald ausgelöscht auf ewig sein? Der Dichter klagt und die Geliebte Naht der Zypresse, wo er liegt. Kaum birgt die Tränen der Betrübte, Wie sie sich innig an ihn schmiegt. Er heftet unverwandte Blicke Auf diese liebliche Gestalt, Daß er in sein Gemüt sie drücke Eh sie zur Nacht hinüberwallt. Wie, spricht die Holde, du in Tränen? Sag welche Sorge flog dich an? Du bist so gut, ich darf nicht wähnen, Daß meine Hand dir wehgetan. Sei heiter, denn es kommt soeben Ein Mädchen, wie die gute Zeit. Sie wird ein seltsam Blatt dir geben, Ein Blatt, was dich vielleicht erfreut. Wie, ruft der Dichter, halb erschrocken, Wie wohl mir jetzt zumute ward. Den Puls des Trübsinns fühl ich stocken, Und eine schöne Gegenwart. Die Muse tritt ihm schon entgegen, Als hätte sie ein Gott gesandt Und reicht, wie alte Freunde pflegen, Das Blatt ihm und die Lilienhand. Du kannst nun deine Klagen sparen, Dein innrer Wunsch ist dir gewährt, Die Kunst vermag das zu bewahren Was einmal die Natur verklärt; Nimm hier die festgehaltne Blüte, Sieh ewig die Geliebte jung, Einst Erd und Himmel, Frucht und Blüte, In reizender Vereinigung. Kann jetzt der Liebende wohl danken? Er sieht die Braut, er sieht das Blatt. Voll überschwenglicher Gedanken Sieht er sich ewig hier nicht satt. Sie schlüpft hinweg und hört von weiten Noch freundlich seinen Nachgesang, Doch bleibt ihr wohl zu allen Zeiten Der Freundin Glück der liebste Dank. Verfügbare Informationen: Erschienen im Buch "Gedichte / Die Lehrlinge zu Sais" ISBN: 3-15-007991-8 Herausgeber: Philipp Reclam jun. Mehr Novalis Gedichte? Bitte klicken Sie (nicht angegeben) Novalis. Gedichte aller Autoren finden Sie in unserem Index. |
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